Wirtschaft und Verkehr Stettin.

Seehafen Stettin-Swinemünde

Seehafen Stettin

Der Seehafen an der Odermündung in das Stettiner Haff ist für die gesamte polnische Wirtschaft wichtig – der Hafen Stettin-?winouj?cie ist nach Danzig der zweitgrößte Seehafen des Landes. Die Lage an der Odermündung macht Stettin zum natürlichen Seehafen für das gesamte Einzugsgebiet dieses Stroms. Dies betrifft seit 1945 zuallererst die Produktion des Oberschlesischen Industriegebiets um Kattowitz, des größten Ballungsraums des Landes. Ähnlich wie im Ruhrgebiet bildet der örtliche Steinkohlebergbau die wirtschaftliche Grundlage dieser Region, die dortige Stahlindustrie benötigt außerdem Eisenerz. Das für Oberschlesien bestimmte Eisenerz wird deshalb über Stettin-Swinemünde importiert und dort aufBinnenschiffe verladen, die zu exportierenden fertigen Stahlprodukte nehmen den umgekehrten Weg, ebenfalls über Stettin.

Bis 1945 war Stettin außerdem der Ein- und Ausfuhrhafen für Berlin, die zeitweise größte Industriestadt Europas war über den bereits 1605 (und nach Zerstörung 1743 wieder) eröffneten Finowkanal sowie ab 1917 über den moderneren Oder-Havel-Kanal mit der Oder verbunden. Die enge wirtschaftliche Symbiose zwischen beiden Städten riss nach Krieg, Vertreibung und Grenzziehung weitgehend ab. Durch den europäischen Einigungsprozess kann für die Schiffsverbindung zwischen Berlin und Stettin jedoch perspektivisch wieder eine größere Bedeutung angenommen werden.

Der Seehafen Stettin-Swinemünde hatte 2004 einen Gesamtumschlag von 15,5 Millionen Tonnen und 27.700 Containern. Der Fährhafen (die meisten Verbindungen beginnen in Swinemünde) zählte 740.000 Passagiere, die die Verbindungen nach Skandinavien benutzten.

Stettin ist außerdem ein bedeutender Schiffbaustandort, die Werft ist mit rund 10.000 Beschäftigten die größte in Europa.

Eisenbahnverkehr

Hauptbahnhof
Der Hauptbahnhof nach der Renovierung
Blick vom Gleisfeld des Hauptbahnhofes zur Altstadt

Stettin ist bereits seit 1843 an das Eisenbahnnetz angebunden. In diesem Jahr erreichte die am 1. August1842 zwischen Berlin und Eberswalde eröffnete Stettiner Bahn ihren Endpunkt in der pommerschen Hauptstadt. Die Strecke begann im Stettiner Bahnhof an der Berliner Invalidenstraße und führt über Bernau, Eberswalde und Angermünde nach Stettin. Der Endbahnhof hieß demnach zunächst Berliner Bahnhof; aus ihm entwickelte sich der heutige Hauptbahnhof (Szczecin G?ówny) am linken Oderufer südlich des alten Stadtkerns. Stettin war Sitz einer Eisenbahndirektion, der späteren Reichsbahndirektion. Neben der Strecke nach Berlin gibt es heute die Eisenbahnstrecke von Stettin über PasewalkNeubrandenburg undGüstrow nach Lübeck, entlang der Oder nach Süden (GryfinoKüstrinZielona GóraBreslau), nach Osten (Stargard Szczeci?skiPosenWarschau und Stargard–Koszalin) sowie entlang der Ostseeküste überKo?obrzeg und Koszalin nach Danzig. Regionalzüge verkehren über Goleniów nach Kamie? Pomorski sowie zur Insel Wollin bis nach ?winouj?cie. Auf dem linken Oderufer verkehren Vorortzüge quer durch das Stettiner Stadtgebiet nach Police und Trzebiez.

Die Strecken nach Angermünde und Lübeck Hbf werden von Zügen der Deutschen Bahn bedient. Ab Berlin-Hauptbahnhof ist Stettin ca. alle zwei Stunden erreichbar. Meistens besteht eine Anschlussverbindung über Angermünde, es gibt wenige durchgehende Züge. Ein Mal täglich verkehrt ein EuroCity über Berlin hinaus nach HannoverOsnabrück und Amsterdam. Die Regionalexpresszüge über Pasewalk stellen eine durchgehende Verbindung – ebenfalls im Zwei-Stunden-Takt – über Bad Kleinen nach Lübeck dar. DasWochenendticket und Ländertickets gelten bis Stettin.

Die Bahnstrecke führt unmittelbar nördlich des Hauptbahnhofs in einem weiten Bogen über die Oder, die Insel Silberwiese (K?pa Parnicka) und die Parnitz. Jenseits dieses Oderarms erreicht die Bahn das Hafengebiet, ein großer Güterbahnhof (Port Centralny) schließt sich dort an.

Flughafen Stettin-Gollnow

Der Flughafen in Goleniów (35 km nordöstlich) hatte 2003 rund 90.000 Passagiere und etwa 7.500 Flugbewegungen, bei stark steigender Tendenz. Die meisten Linienflüge gehen mit LOT nach Warschau, die irische Billiglinie Ryanair fliegt außerdem einmal täglich nach London.

Oderbrücken

Hansabrücke, um 1900

In Stettin befinden sich die letzten festen Querungen der Oder vor ihrer Mündung. Im Stadtgebiet und der näheren Umgebung kreuzen vier Straßen und zwei Eisenbahnstrecken den in viele Flussarme geteilten Strom:

  • Südlich der Stadt, bereits im Bereich des Landschaftsschutzparks Unteres Odertal gelegen, verläuft die Autobahn A6 (Europastraße 28), die von Berlin nach Danzig führt.
  • Am südlichen Stadtrand verläuft die Schnellstraße nach Posen (Autostrada Pozna?ska), die auch vom Stadtbus benutzt wird. Direkt parallel zur Straße verläuft eine Eisenbahnstrecke, die von Güterzügen zur Umfahrung des Hauptbahnhofs genutzt wird. Straße und Eisenbahn kreuzen West- und Ostoder jeweils auf gemeinsamen Brücken.
  • Die im Krieg zerstörte Bahnhofbrücke wurde nicht wiederaufgebaut, ihre Reste verbinden heute nur noch die Ahrensinsel mit der Silberwiese.
  • Die Eisenbahn quert unmittelbar nördlich des Hauptbahnhofs die Westoder, die anschließende Insel Silberwiese und die Parnitz.
  • Die traditionelle Stadtbrücke in der Altstadt war die Hansabrücke, an ihrer Stelle steht heute die Lange Brücke (Most Dlugi).
  • Zwischen Schloss und Hakenterrasse kreuzt die am Königstor beginnende, autobahnähnliche Schlossstraße (Trasa Zamkowa) die Oder. Sie ist die letzte Oderbrücke vor der Mündung.

Stadtverkehr

Straßenbahnen am Grunwaldzki-Platz
Polnische Einheits-Tramwagen verkehren auch in Stettin, hier in der Nähe des Hauptbahnhofes

Die von der Stettiner Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft 1879 als Pferdebahn eröffneten und ab 1897 elektrifizierten Straßenbahnlinien fuhren im Stadtgebiet und in einige nördliche Nachbarorte.

Der städtische Verkehrsbetrieb MZK betreibt heute den öffentlichen Verkehr innerhalb des Stadtgebiets in Form eines umfangreichen Straßenbahnnetzes und ergänzender Buslinien. In der Stadt verkehren elf Straßenbahnlinien. Die wichtigsten Umstiegsknoten sind am Berliner Tor sowie am Radisson-Hotel (pl. Rod?a). Zwei Linien fahren über die Lange Brücke auf das östliche Ufer der Westoder, enden dort jedoch nach einigen Kilometern im Hafengebiet. Der Bezirk Altdamm rechts der Ostoder wird nicht von der Strassenbahn erreicht .Quelle Wikipedia